Menschen, die das Ringen bewegen

Manfred Groß beim Ringertraining im Landesleistungszentrum Greifswald

von Fred Sumbeck –

Neben den Sportinternaten mit ihren angeschlossenen Vereinen sind in Deutschland
auch die vielen kleinen Vereine mit ihren ehrenamtlich engagierten Mitarbeitern
für die Talentsuche und -förderung von größter Bedeutung. Unter diesen Menschen
ragen einige noch besonders heraus. Ihnen möchte ich in einer kleinen Reihe nachspüren.

 

Manfred Groß

Anlässlich des Boddenpokals traf ich auf Manfred Groß, Trainer des Greifswalder
Ringervereins. Er ist seit fast 50 Jahren dem Ringersport verbunden, als
Fünfjähriger stand er das erste Mal auf der Matte, mit 16 begann die
Trainerlaufbahn. Seit 1980 ist er der Trainer des Ringervereins in Greifswald,
dessen Name noch zweimal wechselte. Jahrzehntelang war er so wenigstens fünf Mal
in der Woche mit den jungen Vereinsmitgliedern in der Sportstätte aktiv. Seit
einigen Monaten nimmt er seinen freien Mittwoch. „Durch mein ununterbrochenes
Engagement im Verein ist meine Beschäftigung mit meinen Kindern etwas zu kurz
gekommen. Bei meiner Enkelinnen will ich das nachholen.“ In seinem Verein stieß er auf ungläubges Staunen, zu lange trainierte er wirklich an jedem Arbeitstag der Woche.

Die Pokalsammlung in der Geschäftsstelle kann sich dem entsprechend sehen
lassen. Dass er gut mit jungen Leuten umgehen kann, davon konnte ich mir bei
einem Training ein Bild machen: Kein Schleifen, aber auch kein Fußball- oder
Basketballspielen. Mit seiner ruhigen norddeutschen Art verfügt er über eine
natürliche Autorität, seine Athleten erweisen ihm Respekt. Dennoch fühlt man
sich nicht auf dem Kasernenhof, trotz der Leistungsorientierung soll das
Training natürlich auch Spaß machen. Ich denke, ihm gelingt dieser Spagat ganz
gut.

Ohne die Frau an seiner Seite ist solch eine Vereinstätigkeit kaum denkbar:
Marion Groß leitet seit 2004 die Fitnessgruppe des Vereins, seit dem
urplötzlichen Abtreten des Vereinsvorsitzenden 2006 übernahm sie diese Position,
um ihrem Manfred den Rücken frei zu halten.

Einer der Höhepunkte seiner Vereinsarbeit war der Ausbau der Krullhalle durch
die Vereinsmitglieder zu einem Sportzentrum mit optimalen Trainingsbedingungen
(u.a. neuer Kraftraum und Sauna) und die Übertragung des Landesleistungszentrums
für Ringen.

Nachdem jahrelang der Nachwuchs sich fast von selbst einfand, gehen die Großs
verstärkt auf die Suche nach der Jugend. Es geht darum, kleinen Kindern Bewegung
nahe zu bringen. So initiierten sie Kindergarten- und Schulprojekte frei nach
dem Motto: Vom Raufen zum Ringen.

Wenn wir weiterhin solche Leistungsträger im Ringen wie Manfred Groß haben,
werden wir in näherer Zukunft auch mal wieder eine Medaille bei Olympia
gewinnen.

 
 

 

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